Zwei Dörfer an der Grenze

In Nadrensee und Pomellen, die gemeinsam eine Gemeinde unmittelbar an der Grenze bilden, hat perspektywa mit den ethnologischen Instituten der Universitäten Hamburg und Warschau eine aktivierende Befragung durchgeführt. Mit einem gemeinsam erstellten Fragebogen wurden Vor-Ort-Haushaltsbefragungen durch deutsche und polnische Studierende über einige Wochen durchgeführt. Dabei wurden die Einwohner*innen nach ihrer Zufriedenheit, ihrer Nachbarschaft, ihrem Informationsbedarf, ihrem Engagement und nach ihren Wünschen für die Entwicklung des Dorfes befragt.

Nach diesen ersten Kontakten fiel die Entscheidung  die Befragung auf Nadrensee zu konzentrieren, da es in der Gemeinde mit über 30 Prozent einen sehr hohen Anteil polnischer Bürger*innen gibt. Ziel in diesem zweiten Schritt war es herauszufinden, wie das Zusammenleben und die Zusammenarbeit zwischen deutschen Alteingesessenen und polnischen Zugezogenen noch verbessert werden kann und ins Gespräch über die Situation in der Gemeinde zu kommen.

Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit Dr. Agnieszka Halemba von der Universität Warschau und Prof. Dr. Otto Habeck von der Universität Hamburg vorgestellt. Die aktivierende Befragung zeigt,  dass sich Deutsche und Polen in beiden Dörfern eigentlich ganz wohl fühlen, sich jedoch bspw. einen Spielplatz, ein Geschäft oder einen Veranstaltungsraum wünschen. Immer wieder wurden auch die Busverbindungen und der Lärmschutz als Probleme thematisiert. Bei dem gemeinsamen Austausch standen Ideen, wie Angebote für Kinder, insbesondere zum Deutschlernen und ein Seniorenkaffeekränzchen im Blickfeld.

Ein gelungenes Beispiel für die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Gemeinde war das Parkfest 2018 in Pomellen.