Schwierigkeiten im Dorf

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Als Akteur, der von außerhalb des Dorfes in das Dorf gekommen ist, bot sich dem Projekt perspektywa die Chance, alle Akteure an einen Tisch zu holen, da es ohne Vorbelastungen starten konnte. Dennoch ist dies auch eine Schwierigkeit, weil etablierte Strukturen und dörfliche informelle Hierarchien erst verstanden und erfahren werden müssen. Dabei kommt man an einer zeitintensiven Beziehungsarbeit nicht vorbei. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Projekte im dörflichen Gemeinwesen nicht geradlinig und direkt wie mit Multiplikatoren, bspw. Lehrerinnen und Lehrern oder Verwaltungsangestellten, verlaufen. Es kann schon mal passieren, das ein Vorstand eines Vereins mit dem Projektteam zunächst nicht sprechen will. Hier war es notwendig dranzubleiben und sich nicht „einschüchtern“ zu lassen. Die Notwendigkeit etwas zu verändern, um mit den polnischen Zuzüglern nicht nur Tür an Tür zu leben, sondern das Gemeinwesen gemeinsam zu gestalten, wird von den meisten Alteingesessenen schon erkannt, dennoch ist es oft ein schwieriges Thema, Dinge einfach mal anders zu machen. Ein großer Teil der Arbeit des Projektes nehmen daher auch klassische Beratungsgespräche ein, also: mit den Menschen reden, sie zu bestärken eigene Dinge zu machen oder einen Tipp zu geben sowie in den Gesprächen zu vernetzen.