Wertschätzend zusammenarbeiten

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Kooperation kann Spaß machen, ist aber manchmal schwierig. Im zivilgesellschaftlichen Engagement begegnen einem immer wieder Ideen und Projekte, die Andere bereits in ähnlicher Form durchgeführt haben. Dennoch können sie für die eigene Arbeit sinnvoll sein. Daher ein Tipp: Haben Sie Mut zu kopieren, aber sprechen Sie miteinander – damit
Kooperation nicht zur Konkurrenz wird.

Immer wieder erleben wir, dass Veranstaltungsformate einfach übernommen oder Textpassagen kopiert werden. In der Regel freuen sich die Urheber*innen darüber, möchten aber nicht übergangen werden. Also fragen Sie ruhig an, wenn Sie etwas übernehmen möchten und informieren Sie sich gegenseitig. Dabei können sinnvolle Kooperationen
entstehen und Sie müssen nicht alles alleine machen. Ein »In Kooperation mit Verein XYZ« oder »Initiiert von Organisation ABC« tut nicht weh und schafft gegenseitige Wertschätzung.

Wenn Sie eine neue Idee oder ein neues Projekt haben, überlegen Sie am besten gleich zu Beginn, welche Akteure es in der Region gibt, die auch an dem Thema arbeiten bzw. sich damit beschäftigt haben. Sprechen Sie diese Akteure an und versuchen Sie, sie einzubinden. Stellen Sie Ihre besondere Rolle oder Ihre innovativen Ideen dabei nicht in den Schatten, aber prüfen Sie dennoch, ob eine Kooperation sinnvoll wäre. Auf jeden Fall informieren Sie die anderen Akteure über Neuigkeiten und Erfolge und vergessen Sie nicht, sie zu Veranstaltungen einzuladen, die Sie in ihrem gemeinsamen Themenbereich organisieren.

Gerade zwischen Deutschen und Polen gibt es oft Unsicherheiten und zu beachtende Unterschiede. Während Deutsche eher dazu neigen – auch im Ehrenamt – die Rolle des Vereins oder der Organisation zu betonen, ist es Pol*innen häufiger wichtig, die individuelle Leistung aufzuzeigen. Dies drückt sich nicht immer direkt aus. So kann es beispielsweise vorkommen, dass jemand das persönliche Foto zur Bewerbung der Veranstaltung für geeigneter hält als das bisher verwendete Bild. Hier ist es wichtig, einander zu respektieren, den Mitstreiter*innen ihren Raum für Individualität zu geben, aber andererseits auch die Organisation oder den Verein gebührend zu repräsentieren. Bleiben Sie dabei sachlich. Möglicherweise gilt es, den Wiedererkennungswert der Veranstaltung zu betonen und Sie finden eine andere Stelle, um die individuelle Wertschätzung auszudrücken. Vergessen Sie dabei auch andere Engagierte nicht.

Richtig teilen: Gerade in Facebook finden wir immer wieder Artikel und Videos oder interessante Fotos auf Seiten von nahestehenden Akteuren, die wir auch posten möchten. Teilen Sie den Artikel direkt von der Seite. Bei Inhalten aus anderen Medien, wie beispielsweise Newslettern, bedanken Sie sich bei dem Hinweisgeber in Facebook. Ein kurzes »Danke, Organisation XYZ« oder »Gefunden von Verein ABC« schafft eine gegenseitige Kultur des Einanderstärken und der Wertschätzung. Schließlich hatte auch der Andere einen Rechercheaufwand oder hat die Textbausteine aufbereitet.

Denken Sie an Ehrenamtliche. Viele Menschen, die beruflich in Projekten arbeiten, gehen mit dem gleichen Verständnis und Anspruch auf ehrenamtliche Akteure zu. Ehrenamtliche engagieren sich jedoch freiwillig und häufig neben ihrer beruflichen Tätigkeit. Also betonen Sie stärker die gemeinsamen Ziele und wertschätzen Sie den ehrenamtlichen Verein oder die Personen. Ehrenamtliche Akteure sind eine wichtige Bereicherung für eine lebendige demokratische Gesellschaft.

Tauschen Sie sich über Ihre Arbeitsschwerpunkte aus und schätzen Sie die Unterschiede − jeder Verein und jede Organisation hat eigene Schwächen und Stärken. Gerade dadurch gibt es unterschiedliche Angebote und ein demokratisches Zusammenleben kann gelingen.

Gegenseitige Information und Austausch untereinander kosten Zeit. Planen Sie diese mit ein. Häufig bringt es Sie auf den ersten Blick nicht weiter bei der Umsetzung Ihrer Idee, aber langfristig wächst so der Erfolg Ihres gemeinsamen Anliegens.