Engagement mit polnischen Bürgerinnen und Bürgern in der deutsch-polnischen Grenzregion

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Vor allem bürgerschaftliches Engagement bietet die Gelegenheit polnische Bürgerinnen und Bürger einzubinden. Dafür ist es wichtig, dass sie sich in Vereinen oder Initiativen willkommen fühlen und als gleichwertige Menschen angenommen werden. Gerade die Zusammenarbeit mit Polinnen und Polen gelingt besser, wenn ein paar einfache Dinge beachtet werden:

Sprache

  • Auch wenn jemand nicht perfekt Deutsch spricht, sollten Sie die eigene Wortwahl und Aussprache nicht vereinfachen. Oft geschieht dies automatisch und unterbewusst, daher ist es besser, sich selbst einmal mehr zu überprüfen.
  • Sie dürfen aber ruhig auf Redewendungen verzichten. Denn oft haben diese einen Hintergrund, der nur in der jeweiligen Sprache oder dem jeweiligen Land verstanden wird.
  • Falls polnische Bürgerinnen und Bürger Probleme mit dem Verständnis der deutschen Sprache haben, sollten Sie dies nicht am Einzelfall in der gesamten Gruppe diskutieren. Besser denken Sie vorher daran und setzen die Person mit Sprachproblemen neben jemanden, die oder der als Sprachmittlerin oder Sprachmittler fungieren kann. Natürlich kann in der Gruppe diskutiert werden, ob die Veranstaltung oder zukünftige Treffen zweisprachig gestaltet werden, dabei sollte aufpasst werden, dass dies nicht an einzelnen Personen festgemacht wird.

Polnische Ortsbezeichnungen

  • Oft haben Deutsche „Komplexe“ mit der Bezeichnung von polnischen Orten und versuchen sie bewusst Polnisch auszusprechen, während die polnische Bürgerin oder der polnische Bürger die deutsche Bezeichnung benutzt, wenn sie oder er auf Deutsch spricht. Am besten ist es, damit „unverkrampft“ umzugehen. Sie können ruhig „Stettin“ sagen, auch auf Deutsch sagen vielemeistens „Mailand“ statt „Milano“. Es ist empfehlenswert, sich für die polnische Aussprache zu interessieren und diese zu üben. Dann können Sie ruhig zwischen „Szczecin“ und „Stettin“ wechseln.
  • Das andere Extrem als ein „verkrampfter Umgang“ mit polnischen Bezeichnungen ist die konsequente Bezeichnung auch kleinerer polnischer Orte in ihren deutschen Bezeichnungen. Dies ist einfach nicht mehr zeitgemäß, die meisten Menschen in Deutschland und Polen kennen diese einfach nicht mehr, hier ist es praktischer die polnischen Bezeichnungen zu verwenden, auch wenn Sie sie nicht korrekt aussprechen.

Unterschiede nicht überbetonen

  • Akzeptieren sie Unterschiede! Menschen sind unterschiedlich und nicht alles, was beim gegenüber anders ist, muss seine Ursache in einer anderen kulturellen Prägung aufgrund von Nationalstaaten haben. Unterschiede sollten nicht mit den Adjektiven deutsch oder polnisch versehen werden, häufig können Sie diese Unterschiede von menschlichen Eigenschaften auch zwischen Deutschen finden.
  • Somit wird deutlich, dass in Gruppensituationen kein „Wir“ und „Ihr“ hergestellt werden sollte. Am besten Sie vermeiden Äußerungen, wie „ihr Polen“ oder „schön, das auch Polen mitarbeiten“. Auch positive Diskriminierung führt zu einem unterschiedlichen Gruppenverständnis und nicht zu einem gemeinsamen „Wir“ in der Gruppe.